Erfolgreich selbstständig als Ernährungsfachkraft ohne diese 3 Fehler
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3 typische Fehler, die Du vermeiden solltest

Fehler kann man zu Beginn der Selbstständigkeit ja mehr als genug machen. Ich glaube sogar, dass man manche Fehler selbst einmal gemacht haben muss, um sich derer Existenz bewusst zu werden und aus ihnen zu lernen. So ein bisschen wie als Kind mit der Flamme einer Kerze. Man glaub es halt doch erst, wenn man sich mindestens einmal richtig ordentlich die Finger daran verbrannt hat. Sie gehören also dazu, wenn man erfolgreich selbstständig als Ernährungsfachkraft werden möchte 😉

"Nur aus Fehlern wird man klug, darum ist einer nicht genug" - Wilhelm Busch

Aber jetzt bitte keine falsche Angst vor Fehlern! Fehler sind nicht grundsätzlich schlecht. „Nur aus Fehlern wird man klug, darum ist einer nicht genug“. Eines der Lieblingszitate meines Papas. Es gab Zeiten, da habe ich das etwas zu ernst genommen 😅 Es steckt jedenfalls ganz viel Wahres in diesem Satz. Wir sind immer erst hinterher schlauer, deswegen darf man auch gerne mal für Fehler dankbar sein. 

Es gibt aber auch so ganz typische Fehler, die mir immer wieder auffallen und die man meiner Meinung nach nicht wirklich erst machen muss, um zu verstehen, dass sie unnötig sind. 

 

1) Du gibst unnötig Geld aus

„Ok, wow. Was für eine Weisheit. Wäre ich jetzt gerade noch selber drauf gekommen“, denkst du dir, ein bisschen zu recht. Ja, müsste man meinen. Dennoch tun es so viele nicht! Aber warum? 

Viele machen sich einfach nicht bewusst, was sie am Anfang wirklich brauchen. Was die Dinge sind, die tatsächlich zu Umsatz führen und was einfach nur „nice to have“ ist. 

Zum Beispiel bedruckte Poloshirts. Ja, klar ist das cool, wenn ich ein Poloshirt in meinen Farben mit meinem Logo trage. Aber macht mich das erfolgreich selbstständig als Ernährungsfachkraft? Bezahlt mir irgendjemand mehr, nur weil ich statt einer Bluse ein Poloshirt mit meinem Logo trage? Oder wird irgendjemand die Beratung bei mir ablehnen, weil ich kein Poloshirt mit meinem Logo, sondern nur eine normale Bluse trage? Ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und sage: „Nein!“

Auf der anderen Seite wird dann geknausert wenn es um einen ordentlichen Laptop und gute Software geht. Da kommen dann Sätze wie „Ne, das brauche ich nicht, das mache ich mit Block und Bleistift“. Aha, cool. Das ist dir zu teuer, aber die Kaffeetasse mit deinem Logo drauf, die Sitzkissen auf den Beratungsstühlen für 150 Euro und die goldene Dokumentenablage (weil du so super zu deinem Kugelschreiber passt) die waren es wert, ja?

Natürlich kann man jetzt sagen, dass man es sich ja schön machen soll und dass alles hübsch aussehen soll. Ja, aber bitte im Rahmen. Und Sitzkissen und hübsche Kugelschreiber bringen einem nun mal einfach kein Geld ein. Smarte Software, die dir Arbeit ab nimmt, Zeit und Fehler spart, die schon. Die ist bares Geld wert. 

Also überlege dir vor jeder Ausgabe gut, ob sie (vor allem am Anfang) wirklich nötig ist und dir hilft Kunden und Umsätze zu generieren. 

2) Du sammelst keine E-Mailadressen

In meiner Anmeldung zur Beratung habe ich einen Absatz, da können meine Patienten zusätzlich angeben, dass Sie in meine Newsletter-Liste aufgenommen werden möchten. 

Das macht auf den ersten Blick nur Sinn, wenn man einen Newsletter hat. Tut es aber auch erst einmal ohne. Wichtig ist, dass man die E-Mailadresse und die Einverständnis hat. Denn, solltest du irgendwann dein Angebot erweitern oder verändern, dann hast du schon einmal eine Liste mit möglichen Interessenten. 

Heißt, das ist ein ganz smarter Weg sich viel Werbekosten zu sparen. Angenommen, dir eröffnet sich nach einem Jahr die Möglichkeit eine Küche für Kochkurse zu nutzen. Also schreibst du einen Newsletter in dem du bekannt gibst, dass du zukünftig auch Kochkurse anbietest. Selbes gilt für Vorträge, die vielleicht irgendwann mal hältst, Angebote die du haben wirst, usw. 

Deine Patienten haben dich (hoffentlich) in guter Erinnerung und werden wahrscheinlich eher einen Kurs bei dir buchen als jemand, der dich noch garnicht kennt. Und nachdem sie schon bei dir in der Beratung waren, kannst du dir auch sicher sein, dass sie Interesse am Thema Ernährung haben. Einige meiner Patienten warten beispielsweise schon darauf, dass ich endlich Kochkurse anbiete. 

Du siehst also, das ist ein ganz simples, effektives und vor allem kostenloses Tool für deine Werbung. Und ein viel zu selten genutztes! 

3) Dein Honorar ist zu niedrig!

Das Thema Honorar ist ja ganz heiß. Das habe ich auch auf unserem Event gemerkt. Da gingen immer wieder hitzige Diskussionen los. Zu recht! Es gibt Kollegen, die Beratungen für 50 Euro die Stunde geben. Andere verlangen 120 Euro. Wie viel soll man verlangen, wie viel kann man verlangen? 

Auch ich werde immer wieder gefragt was ich verlange und was man denn am besten verlangen sollte. Gleich mal vorne weg: zu wissen was ich verlange bringt ehrlich gesagt niemandem was. Ebenso wenig zu schauen, was denn die Konkurrenz nimmt. Schon wieder böse Worte, ich weiß. Wer wissen möchte, was man denn so verlangen kann, der findet sowohl beim VDD als auch beim VDOE entsprechende Honorar-Empfehlungen. Kleiner Sneak-Peak: bei Ernährungstherapie liegt da keine unter 70 Euro!

💡 50 Euro die Stunde - das ist ein absolutes Minusgeschäft!

Mir ist durchaus bewusst, dass gerade neben einem Teil- oder Vollzeitgehalt 50 Euro die Stunde viel aussieht und es für einige ein guter Nebenverdienst ist. Jemand der aber komplett Selbstständigkeit ist, kann von diesen 50 Euro nicht leben. Das ist ein absolutes Minusgeschäft. Es gibt gute Gründe, wieso es entsprechende Empfehlungen der Verbände gibt. 

Sein Honorar möglichst niedrig anzusetzen, am besten niedriger als die DA in der Nähe, in dem Glauben, das würde mehr Patienten bringen ist schlichtweg nicht zu Ende gedacht. Patienten kommen zu dir, weil du eine gute Lage hast, weil du eine schöne Homepage hast, weil du am Telefon nett klingst, weil ihnen Bekannte von dir berichtet haben, weil du als Experte wahrgenommen wirst, weil der Arzt dich empfohlen oder die Krankenkasse deinen Kontakt weiter gegeben hat oder weil sie deine Werbung gesehen haben. Nicht, weil du so günstig bist. ☝️

Nüchtern betrachtet ist es auch einfach nicht wirtschaftlich für 50 Euro die Stunde als Selbstständiger zu arbeiten. Man bezahlt seine Krankenkasse selbst, muss selbst für seine Rente sorgen, hat diverse Versicherungen laufen, aufgrund der Selbstständigkeit, braucht Software und Tools, hat Werbekosten, zusätzliche Miete, braucht Rücklagen, usw. 

Dazu kommt, dass die Woche als Selbstständiger zwar mehr als 40 h hat, aber von der ganzen Zeit die man arbeitet, bleiben effektiv, wenns gut läuft, 40% Zeit für Beratungen. Und in diesen 40% der Zeit musst du für 100% deiner Zeit verdienen.

Wenn du von deiner Selbstständigkeit nicht leben kannst, ist es kein Job, sondern ein Hobby 🤷‍♀️

Vor kurzem habe ich mit einem Coachee eine Beispielsrechnung gemacht. Und wir kamen zu dem Ergebnis, dass sie ca. 90 Euro (netto) die Stunde verlangen muss, damit sich ihre Selbstständigkeit rechnet. Wenn du von deiner Selbstständigkeit nicht leben kannst, ist es kein Job, sondern ein Hobby. 

Das Thema Geld ist, vor allem bei uns Frauen, ein ganz schwieriges. Vor allem am Anfang schauen wir, was machen die anderen? Denken, dass wir ja noch nicht so viel Erfahrungen haben und erst einmal klein anfangen. Aber klein anfangen hilft dir wenig. Du wirst zu wenig verdienen, gefrustet sein und vor allem wirst du dich unglaublich schwer tun deine Preise irgendwann zu erhöhen. 

Deswegen mein Tipp: Schau nicht links, schau nicht rechts. Setz dich hin, rechne aus was du verdienen musst, damit es sich für dich rechnet und halte dich daran. Überzeuge durch dein Können und durch das, was du deinen Patienten mit gibst. Sorge bei deiner Arbeit Wertigkeit, „over deliver“ – liefere mehr, als der Patient vielleicht erwartet und rechtfertige so deine Preise. Das wird auf beiden Seiten für ein gutes Gefühl und gute Stimmung sorgen. 

Wenn du dich jetzt fragst, wie du dir errechnen kannst, was du verdienen solltest oder wie du für Wertigkeit sorgst, dann kann ich Dir schon einmal das 1:1 Coaching ans Herz legen. 

Außerdem werde ich in meinem Onlinekurs ausführlich und leicht nachvollziehbar darstellen, wie du dir selbst errechnen kannst, was du verdienen solltest. Zusätzlich gebe ich Tipps zur Wertigkeit und teile meine persönlichen Vorlagen und Formulierungen mit dir.

Der Kurs wird Dir außerdem leicht verständlich das nötige kaufmännische Grundwissen und Mindset vermitteln und dich strukturiert, Schritt für Schritt in deiner Selbstständigkeit unterstützen. Wenn du keine Infos zum Onlinekurs und weitere Blogbeiträge verpassen möchtest, melde dich unbedingt zum Newsletter an. 

Natürlich freue ich mich jederzeit über Feedback zu diesem Blogbeitrag. Schreibe mich gerne auf Instagram oder Facebook an oder trete der internen Facebookgruppe bei und diskutiere dort mit. 

Auf jeden Fall bedanke ich mich ganz herzlich bei Dir fürs Lesen und wünsche Dir viel Mut, viel Spaß, das richtige Mindset und vor allem viel Erfolg mit Deinem Traum der Selbstständigkeit! 

Alles Liebe,

Deine Katha